Eva Zahn & Volker A. Zahn
Drehbuchautoren



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ver.di-Fernsehpreis 2009: Feierliche Verleihung in Leipzig

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Bild © Christoph Meinschäfer/Arnsberg
Bereits zum zweiten Mal nach 2001 fand am 25. Oktober die Verleihung des ver.di-Fernsehpreises in der Medienstadt Leipzig statt. In Anwesenheit des ver.di-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske und der sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, wurden Eva Zahn und Volker A. Zahn für ihr Drehbuch zu dem Amok-Drama „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie „Regie“ erhielt Hermine Hundgeburth für ihre Inszenierung des rheinischen Nachkriegs-Epos „Teufelsbraten“.
Der ver.di-Fernsehpreis wird jährlich an ein Fernseh- oder Dokumentarspiel jeweils in den Sparten Drehbuch und Regie vergeben. Die ausgezeichneten Filme sollen unter Wahrung künstlerischer Gesichtspunkte zeitkritische, gesellschaftspolitische oder historische Stoffe behandeln, welche geeignet sind, die politische Bildung zu vertiefen, die Urteilsfähigkeit in gesellschaftlichen Fragen zu erhöhen und die Bereitschaft zum politischen Engagement für Freiheit und Demokratie anzuregen, wie es in der Satzung heißt. Der ver.di-Fernsehpreis ist der Nachfolgepreis des am 18. April 1964 in Hamburg gestifteten Fernsehpreises der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft.
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Der von Eva Zahn und Volker A. Zahn geschriebene ARD-Film „Ihr könnt euch niemals sicher sein“, für den die Autoren u. a. mit einem Adolf Grimme-Preis sowie dem Fernsehpreis der Gewerkschaft ver.di ausgezeichnet wurden (siehe ältere Meldungen), ist jetzt endlich auch als DVD im Handel erhältlich. Der Film erscheint in der neu gegründeten Reihe „AUSGEZEICHNET - Die Gewinner-FilmEdition“ von Edel Germany (Trailer unter: http://www.youtube.com/watch?v=ZwDlxLtFIUE) und kostet rund zehn Euro. 
Übrigens: Das Drehbuch zum Film steht unter „Leseproben“ als pdf-Dokument zum Download bereit.
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Top-Quote für den Samstagskrimi von Eva Zahn und Volker A. Zahn: Mit 6,82 Millionen Zuschauern erreichte die Episode „Das große Fressen“ aus der Krimireihe „Ein starkes Team“ die größte Reichweite seit Bestehen des Formats. Auch beim jungen Publikum fand das Familiendrama hohen Zuspruch: 1, 38 Millionen Zuseher zwischen 14 und 49 Jahren bescherten dem Zweiten einen ungewohnt hohen Marktanteil von 11, 8 Prozent in der so genannten werberelevanten Zielgruppe.
Regisseur René Heisig inszenierte, an der Seite von Maja Maranow (Verena Berthold) und Florian Martens (Otto Garber) spielten in den hochkarätig besetzten Episodenhauptrollen unter anderen Friedrich von Thun, Andreas Pietschmann, Marie-Luise Stahl, Max Urlacher und Jenny Schily.
„Unprätentiöse, aber konzentrierte Krimi-Unterhaltung“, urteilt das Branchen-Magazin „Blickpunkt:Film“ und resümiert: „Andernorts kommt Gesellschaftskritik in der Regel bei weitem nicht derart leichtfüßig daher.“
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Der Preissegen geht weiter: Nach dem Adolf-Grimme-Preis, der Eva Zahn und Volker A. Zahn Anfang April in Marl überreicht wurde, erhalten die beiden Autoren für ihr Buch zum Amok-Drama „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ nun auch den diesjährigen Fernsehpreis der Gewerkschaft ver.di. Die Preisverleihung findet am 24. Oktober in Leipzig statt.
Die Dienstleistungs-Gewerkschaft prämiert Drehbuch und Regie von zwei Fernsehfilmen, „die unter Wahrung künstlerischer Gesichtspunkte zeitkritische, gesellschaftspolitische oder historische Stoffe behandeln, welche geeignet sind, die politische Bildung zu vertiefen, die Urteilsfähigkeit in gesellschaftlichen Fragen zu erhöhen und die Bereitschaft zum politischen Engagement für Freiheit und Demokratie anzuregen“.
Auch in Österreich wurde der Film von Eva Zahn und Volker A. Zahn jetzt ausgezeichnet: Bei einer prunkvollen Verleihung in der Wiener Hofburg nahmen die Autoren gemeinsam mit Regisseurin Nicole Weegmann und Schauspielerin Jenny Schily die ROMY für den „besten TV-Film des Jahres“ in Empfang. Der bedeutendste österreichische Fernsehpreis wird von der Zeitung „Kurier“ vergeben, zu den diesjährigen Preisträgern zählten u. a. Götz George, Monica Bleibtreu, Stefan Raab und das Team von „Switch Reloaded“.
Beim „International TV Film and Fiction Festival“ in Valladolid, dem bedeutendsten spanischen Wettbewerb dieser Art, wurde die WDR-Produktion Ende Juni mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet, und beim 5. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, wo der Film in der Kategorie „Lichtblicke“ an den Start ging, gewann „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ den begehrten Publikumspreis.
Einziger Wermutstropfen: Bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises konnte sich „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ leider nicht gegen die Teamworx-Produktion „Mogadishu“ durchsetzen. Auf dem Foto links: Hauptdarsteller Ludwig Trepte
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Anlässlich der Auszeichnung mit dem Adolf-Grimme-Preis 2009 veröffentlichte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) ein Interview mit den Drehbuchautoren Eva Zahn und Volker A. Zahn, das wir im folgenden dokumentieren:
WAZ: Wie kamen Sie auf das Thema Amok?
Zahn: Nach dem Blutbad von Erfurt gerieten diverse Jugendliche, die wegen dummer, unbedachter oder falsch verstandener Äußerungen als potenzielle Amokläufer gehandelt wurden, ins Visier von Polizei und Justiz. Uns hat der Gedanke fasziniert, dass ein Heranwachsender beweisen muss, dass er die Gewalttat, die angeblich verhindert wurde, gar nicht verübt hätte. Ein eigentlich unmögliches Unterfangen, das sich noch dadurch dramatisiert, dass ein Jugendlicher, der mit dem Rücken zur Wand steht, in so einer Situation normalerweise alles falsch macht.
WAZ: Nun ist es wieder passiert. Es gab einen weiteren Amoklauf. Überrascht?
Zahn: Nein, weil wir mit diesem Phänomen wahrscheinlich weiterhin leben müssen. Daran werden auch runde Tische zur Gewaltprävention, schmucke Notfall-Ordner oder die reflexartige Verdammung so genannter Killerspiele nichts ändern.
WAZ: Wird uns das Thema weiter verfolgen?
Zahn: Vermutlich ja. Es werden weiterhin Jugendliche gekränkt und gemobbt werden, es wird weiterhin Schüler geben, die die psychische Disposition für eine solche Tat haben, und Waffen werden sich diese Menschen auch in Zukunft besorgen können. Über Sinn und Unsinn von ganz realen Ballerspielen in Schützenvereinen oder Waffenclubs wird hierzulande ja erstaunlich wenig diskutiert.
WAZ: Erst Amoklauf, dann kollektive Hysterie. Wo führt das hin?
Zahn: Sonderlinge oder Einzelgänger werden unter Generalverdacht gestellt, das gegenseitige Misstrauen wächst, und die Chance, über grundsätzliche Probleme unseres Bildungssystems nachzudenken, wird erneut vertan. Der Fokus richtet sich wieder auf Gewaltvideos oder das Internet. Kaum jemand stellt ein Schulsystem infrage, das Menschen ausgrenzt und aussortiert, statt sie zu fördern. Wir reden zu wenig über eine ideologisch kontaminierte Bildungspolitik, die überfällige Reformen seit Jahren blockiert. Wir hören kaum etwas über die Rolle und die Qualifikation der Lehrer. Wir vermissen eine hinreichende Würdigung von Bildung durch die Politik, eine Würdigung, die sich nicht nur in hehren Worten, sondern vor allem in Taten und Geldern bemessen lässt. Aber selbst wenn wir unser Schulsystem endlich von Grund auf umkrempeln, werden wir wahrscheinlich mit der Gefahr von Amokläufen weiter leben müssen.
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