Eva Zahn & Volker A. Zahn
Drehbuchautoren



Aktuelles


Anlässlich der Weltpremiere des Loveparade-Dramas „Das Leben danach“ auf dem Filmfest München (Ausstrahlung im Ersten am 27. September um 20, 15 Uhr) haben Eva Zahn und Volker A. Zahn dem WDR ein Interview zu den besonderen Herausforderungern dieses Fernsehspiel-Projekts gegeben.

WDR: Was war zuerst da: der Impuls, sich mit der „Love Parade“-Katastrophe auseinanderzusetzen, oder die Idee, die Geschichte eines Menschen zu erzählen, der eine Katastrophe überlebt hat?
Volker A. Zahn: Erster Impulsgeber war unser Produzent Valentin Holch, mit dem wir uns sehr schnell einig waren, die Betroffenen in den Mittelpunkt unserer Geschichte zu stellen. Die Frage, wer wie schwer Verantwortung für die vielen Opfer trägt, muss juristisch geklärt werden, eine fiktionale Aufarbeitung des Schuld- oder Ursachenkomplexes fanden wir deshalb unangebracht.


WDR: Stattdessen erzählt Ihr Buch auch eine Liebesgeschichte...
Eva Zahn: Ja, das war uns nach den Gesprächen mit Betroffenen sehr wichtig: Es gibt bei vielen Traumatisierten eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, nach einer intakten Beziehung, danach, gemocht, angenommen und ausgehalten zu werden... Auch wenn es kitschig klingt: Ohne Liebe ist das Leben schwer auszuhalten, das ist der Hoffnungsschimmer, den wir unbedingt ans Ende unserer Geschichte setzen wollten.


WDR: Wie schwer war es, sich in Antonias Situation hineinzuversetzen, und wer/was hat Ihnen dabei geholfen?
Volker A. Zahn: Wir sind es gewohnt, verschiedenste Charaktere zu entwickeln und uns in sie einzufühlen, aber bei Antonia war die Herausforderung natürlich besonders groß, weil das Trauma, mit dem sie zu kämpfen hat, auf einem realen Unglück fußt. Wir haben mit Betroffenen der Katastrophe geredet, und mit Sybille Jatzko stand uns außerdem eine Trauma-Therapeutin zur Seite, die große Erfahrung mit der Betreuung von Opfern und Hinterbliebenen großer Unglücke – u. a. auch der Loveparade – hat.


WDR: Wie aufwändig waren die Recherchen für den Film generell?
Eva Zahn: Wir recherchieren vor jedem Drehbuch sehr intensiv, führen lange Gespräche, lesen viel, lassen uns beraten... das gehört zu unserem Job. Der Teil der Recherche, der uns bei diesem Film am meisten berührt und bedrückt hat, waren die Gespräche mit den Betroffenen. Zu sehen, wie Menschen, die einfach nur ein bisschen feiern wollten, nach dieser Tragödie nicht mehr in den Alltag zurückfinden, wie sie ihre Lebensträume begraben mussten, wie die kleinsten Herausforderungen des Alltags unüberwindbar werden, wie diese Menschen tagtäglich um Würde und Anerkennung kämpfen müssen...


WDR: Dass Antonia die Gedenkstätte zerstört, irritiert zunächst einmal, doch ihre Erklärung ist nachvollziehbar. Dass sich die Überlebenden vergessen fühlen und darunter leiden, dass die Hauptaufmerksamkeit den Todesopfern gilt, ist das ein verbreitetes Phänomen?
Eva Zahn: Nach so einer Katastrophe kehrt ja irgendwann der Alltag wieder ein. Dann müssen die Hinterbliebenen mit ihrem Verlust weiterleben – und die Traumatisierten mit ihren inneren Dämonen. Es gibt eben viele Überlebende, die sehr große Probleme mit dem Überleben haben. Das können Schuldgefühle sein, Albträume, Schlafstörungen, Panikattacken und vieles mehr. Und die Folgen sind oft weitreichend: Gestörte soziale Beziehungen, Verlust des Arbeitsplatzes, Flucht in Drogen und Alkohol bis hin zum Selbstmord. Aber sieben Jahre nach der Katastrophe nehmen in der Gesellschaft und im Umfeld der Betroffenen Verständnis und Mitgefühl zunehmend ab. Sprüche wie „Jetzt ist auch mal gut“ oder „Reiß dich gefälligst zusammen“ sind schwer zu ertragen, wenn gar nichts gut ist.
Volker A. Zahn: Es haben sich ja auch einige Menschen umgebracht, die mit den Folgen des Unglücks nicht klargekommen sind, das sind Opfer, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen, auch das macht viele Betroffene wütend.


WDR: Wird den Überlebenden Ihrer Meinung nach genügend geholfen? Bei der Selbsthilfegruppe, die Antonia besucht, zeigen Sie Menschen, die sich nahezu zwanghaft mit dem Thema auseinandersetzen, gar nicht loslassen können...
Eva Zahn: „Seit dem 24. Juli 2010 kämpfen wir um Hilfe, und wir halten uns nur noch gegenseitig über Wasser, um nicht unterzugehen.“ Das war vier Jahre nach dem Unglück das bittere Fazit des Vereins LoPa-2010. Soweit wir wissen, gibt und gab es in Duisburg und Umgebung nicht genügend Therapieplätze für die zahlreichen schwer traumatisierten Patienten, auch wenn sich die LoPa 2010 bzw. ab 2015 die Stiftung „Duisburg 24.07.2010“ nach Kräften bemüht haben, da Abhilfe zu schaffen. Und auch finanziell ist viel zu wenig passiert. Bei Verlust der Arbeitsfähigkeit ist der soziale Abstieg vorprogrammiert. Juristisch werden wir ja jetzt sehen, ob etwas passiert, und wenn ja, was. Es ist also nachvollziehbar, wenn sich die Betroffenen alleingelassen fühlen und die Nähe zu Menschen suchen, die Gleiches erlebt haben. Andererseits gibt es aber auch zahlreiche Betroffene, die nicht mehr an die Katstrophe und das, was mit ihr zusammenhängt, erinnert werden wollen. Jeder hat seine eigene Geschichte, jeder versucht, anders mit dieser traumatischen Erfahrung klarzukommen.
Volker A. Zahn: Natürlich können viele Betroffene nicht einfach loslassen oder aufhören, sich – mitunter auch zwanghaft – mit der Loveparade-Tragödie zu beschäftigen: Dieses Unglück hat ihr Leben zerstört, diese Menschen sind ja keine Spinner, die möchten, dass sich die Welt nur noch um sie dreht, sie müssen „einfach nur“ tagtäglich damit klarkommen, dass ihr Leben in Trümmern liegt.


WDR: Mit der Figur Sascha spielt auch einer der Menschen eine zentrale Rolle, die die Katastrophe erst möglich gemacht haben. Warum war Ihnen das inhaltlich und dramaturgisch wichtig?
Eva Zahn: Es gibt ja nicht den einen Schuldigen, der die Loveparade-Tragödie zu verantworten hat, viele Menschen haben sich schuldig gemacht, manche mehr, manche weniger, und Sascha steht für einen dieser vielen Schuldigen. Er steht aber auch für die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Schuld. Gibt es bei 21 Toten, mehr als 600 Verletzten und zahllosen Traumatisierten einen „angemessenen“ Umgang mit Schuld?
Volker A. Zahn: Wir wissen nicht, wie sich diejenigen, die für diese Tragödie verantwortlich sind, fühlen, wenn sich die Tür hinter ihnen schließt. Wir haben deshalb mit Sascha eine Kunstfigur kreiert, die unter seiner Mitschuld leidet, aber zu feige ist, offen für sein moralisches Versagen einzustehen, er duckt sich weg, geht in die innere Emigration, bricht fast alle Brücken hinter sich ab, aber diese Strategie ist auf Sand gebaut und geht nur solange auf, bis er Antonia begegnet...

WDR: Höchstwahrscheinlich wird der Film von Menschen geguckt, die direkt von diesem furchtbaren Unglück betroffen sind. War das beim Schreiben belastend für Sie?
Eva Zahn: Ja, wir haben deutlich die Verantwortung gespürt, und obwohl wir eine fiktive Geschichte erzählen, die nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt, hoffen wir inständig, dass die Betroffenen sich durch den Film verstanden fühlen und vielleicht auch in Zukunft etwas mehr Aufmerksamkeit und Verständnis erfahren werden.


WDR: Die Geschehnisse um die „Love Parade“ werden nun doch vor Gericht verhandelt. Sie haben sich intensiver mit der Katastrophe beschäftigt als viele andere. Was hat Sie überrascht, was empört, was fassungslos gemacht?
Eva Zahn: Dass es sieben Jahre gebraucht hat, bis doch endlich ein Strafverfahren eröffnet wird. Dass bestimmte Leute nicht auf der Anklagebank sitzen, und wie kaltschnäuzig sich einige maßgeblich Mitschuldige nach dem Unglück verhalten haben.
Volker A. Zahn: Mich hat jeder Gang durch den Karl Lehr-Tunnel fassungslos gemacht. Wie man eine Veranstaltung, bei der mehrere Hunderttausend Besucher erwartet wurden, mit diesem Ort als Zu- und Abgang genehmigen konnte, ist einfach nur komplett irrsinnig.


WDR: Trotz des traurigen Themas gibt es auch Humor in dem Film. Ist das bewusst konstruiert, um den Zuschauern eine Atempause zu ermöglichen, oder ergibt sich bei Ihnen so etwas einfach beim Schreiben?
Volker A. Zahn: Unser Anspruch ist es, wahrhaftig zu erzählen, und Humor gehört einfach zum Leben, ganz besonders im Ruhrgebiet und erst recht, wenn das Leben kaum zu ertragen ist.


WDR: Sie kennen Nicole Weegmann von anderen gemeinsamen Projekten. Was sprach dafür, dass sie auch bei „Das Leben danach“ Regie führt?
Volker A. Zahn: Mit Nicole verbindet uns eine langjährige Freundschaft, und wir wissen, dass unsere Drehbücher sehr gut bei ihr aufgehoben sind. Wir haben einen sehr ähnlichen Blick auf Figuren, und sie liest auch das, was zwischen den Zeilen steht, immer mit.
Eva Zahn: Und gerade für die Umsetzung von „Das Leben danach“ war sie die Richtige, weil sie eine sehr sensible und genaue Regisseurin ist.

Zu „Das Leben danach“ hat Volker A. Zahn auch dem SWR-Radio ein Interview gegeben. Nachzuhören unter: https://www.swr.de/swr2/kultur-info/loveparade-katastrophe-film/-/id=9597116/did=19990306/nid=9597116/8y9woi/index.html

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„London Calling“ – davon träumt Antonias Vater, der von Martin Brambach gespielte Halb-Punk und Gitarrenlehrer, immer noch. So wie Duisburg vom Techno träumte und eine ganze Region von einem Neuanfang. Antonia (Jella Haase) gehört zu den Überlebenden der Katastrophe bei der Love Parade. Noch sieben Jahre danach weiß sie nicht, wohin mit ihrer Trauer, mit ihrem Zorn auf die Schuldigen und ihren Schuldgefühlen gegenüber denen, die es nicht geschafft haben.
Als sie eines Abends die Gedenkstätte verwüstet, trifft sie dort den Taxifahrer Sascha (Carlo Ljubek). Auch sein Leben zerbrach vor sieben Jahren: Er trennte sich von seiner Frau und verlor seine Stellung als Mathematiker. Auch er war im Tunnel. Sagt er. Doch Antonia, die sich in Sascha verliebt, deckt seine Lüge auf und hat nun ein Ziel für ihre hilflose Zerstörungswut gefunden.
Der von Eva Zahn und Volker A. Zahn geschriebene Fernsehfilm „Das Leben danach“ (Regie: Nicole Weegmann) feiert auf dem diesjährigen Münchener Filmfest Weltpremiere und ist für den Bernd Burgemeister Fernsehpreis 2017 nominiert.
Alle Infos zum Film und zu den Vorführungen auf dem Filmfest München: http://www.filmfest-muenchen.de/de/programm/filme/film/?id=5403
Den Film-Trailer gibt‘s hier zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=W05tbInf8eM

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Ein Stück deutscher Emanzipationsgeschichte im Genre einer Journalistenserie, angesiedelt in den frühen 1970er Jahren: „Zarah“ lautet der Arbeitstitel des neuen Serien-Projekts, das Eva Zahn und Volker A. Zahn für das ZDF entwickelt haben. Die von den Kölner Autoren geschriebenen Bücher für sämtliche sechs Folgen werden noch bis Juni 2017 in Hamburg und Umgebung von Richard Huber inszeniert. In den Hautrollen spielen Claudia Eisinger, Torben Liebrecht, Uwe Preuss, Svenja Jung, Ole Puppe, Theresa Underberg, Milena Dreißig, Jörn Hentschel, Imogen Kogge u. a.

Und darum geht's: Zarah Wolf (Claudia Eisinger) bekommt Anfang der 1970er Jahre das Angebot des renommierten Verlegers Frederick Olsen (Uwe Preuss), Mitglied der Redaktion seines auflagenstarken Magazins "Relevant" zu werden. Die engagierte Journalistin sieht ihre Gelegenheit gekommen, das Thema „Emanzipation" mit aller Macht journalistisch voranzutreiben. Es geht ihr um Themen wie Sexismus, Abtreibung oder häusliche Gewalt. Doch schnell muss sie erkennen, dass der Widerstand der Männerkaste - von alltäglichen Macho-Allüren bis konsequenter Besitzstandswahrung - unüberwindlich scheint. Um sich gegen Verleger Olsen, Chefredakteur Kerckow (Torben Liebrecht), Politikchef Schaffelgerber (Jörn Hentschel) oder Kulturredakteur Hartwig (Ole Puppe) durchzusetzen, lässt sich Zarah auf einen Machtkampf um die Führung der Redaktion ein. Dass Verlegertochter Jenny (Svenja Jung) sich in sie verliebt, macht die Sache nur noch komplizierter. Zarah muss sich die Frage beantworten, was sie für ihre Karriere und ihre politischen Ziele bereit ist zu opfern.

Produziert wird „Zarah“ von der Bantry Bay Productions GmbH aus Köln. Produzenten sind Jan Kromschröder und Eva Holtmann. Die Ausstrahlung ist für den Herbst 2017 geplant.

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Das Erste wird sich im kommenden Jahr in einem Fernsehfilm mit der Duisburger Loveparade-Katastrophe befassen. Die Polyphon-Produktion (Valentin Holch) ist bereits abgedreht und setzt sieben Jahre nach dem Unglück an, bei dem am 24. Juli 2010 21 Menschen ihr Leben ließen.

Das Buch zu „Das Leben danach“ stammt von Eva Zahn und Volker A. Zahn, inszeniert hat den Stoff der Grimme-Preisträger die Kölner Regisseurin Nicole Weegmann. Nach den mehrfach preisgekrönten Produktionen „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ und „Mobbing“ ist „Das Leben danach“ das dritte gemeinsame Projekt der Zahns mit Nicole Weegmann.

Zum Inhalt: Die Welt stand ihr offen. Antonia Schneider war 18 Jahre alt, stand kurz vor dem Abitur und wollte einfach nur feiern, als sie in den „Tunnel“ der Loveparade geriet. Sieben Jahre später ist sie immer noch traumatisiert und unfähig, ein normales Leben zu führen. Ihr Vater Thomas, ihre Stiefmutter Kati und ihre beste Freundin Betty sind – bei allem Bemühen – langsam mit ihrer Geduld am Ende und mit Antonias Verhalten überfordert. Doch dann lernt Antonia den Taxifahrer Sascha Reinhardt kennen, der behauptet, ebenfalls Betroffener der Katastrophe zu sein und Verständnis und Gefühle für sie aufzubringen scheint. Aber Antonia enttarnt ihn schnell als Lügner. Sascha wird daraufhin immer mehr zum Opfer von Antonias destruktiv tobender Energie, die auch vor seinem Sohn Jasper nicht Halt macht.

Für die Rolle der traumatisierten Betroffenen Antonia konnte der European Shooting Star 2016 Jella Haase (Foto) gewonnen werden, für Sascha Carlo Ljubek („Das Programm“, „Die Stadt und die Macht“). Als Antonias Vater Thomas und ihre Stiefmutter Kati stehen Martin Brambach und Christina Große  vor der Kamera. Jeremias Meyer („Die Vampirschwestern“) wirkt als Saschas Sohn Jasper mit, Charlotte Bohning („Lösegeld“) als Jaspers Mutter Maria, Anna Drexler („Harter Brocken“) als Antonias beste Freundin Betty.

„Das Leben danach“ ist eine Auftragsproduktion der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH für den Westdeutschen Rundfunk. Produzenten: Christoph Bicker und Valentin Holch (win win Film-, Fernseh- und Mediaproduktion GmbH). Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Lucia Keuter (WDR). Gedreht wurde im Juni und Juli in Köln und Duisburg. Der Sendetermin für den Mittwochsfilm im Ersten liegt voraussichtlich im Sommer 2017.
 

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Über vier Millionen Zuschauer lockte der von Eva Zahn und Volker A. Zahn geschriebene ARD-Mittwochsfilm „Unter der Haut“ Anfang Dezember vor die Fernseher. Insbesondere in der Gruppe der 14- bis 59-jährigen fand das von Friedemann Fromm inszenierte Bluterdrama großen Zuspruch. „Unter der Haut“ war damit einer der erfolgreichsten Mittwochsfilme dieses Jahres!
Viel Zuspruch gab es auch von der TV-Kritik. „Fernsehfilm-Beobachter“ Rainer Tittelbach bezeichnet die NDR-Produktion als ein „wahrhaft vielschichtiges TV-Drama, das nicht nur thematisch und spannungsdramaturgisch, sondern auch filmästhetisch hohen Ansprüchen genügt.“
Der Feuilletonchef der „Welt“ befindet: „‘Unter der Haut‘ ist der unskandalöseste Skandalfilm, den man sich denken kann. Selten sind Aufarbeitung und Anklage eines eigentlich ungeheuerlichen Vorgangs so subtil, so subkutan auserzählt, nicht gezeigt worden. (…) Es geht um den Verlust von Sicherheiten. Den Verlust von Vertrauen. Das wird niemals gefühlig. Niemals laut. Muss es auch nicht. Wütend wird man sowieso.“
Für „TV Spielfilm“ haben „die Grimme-Preisträger Eva Zahn und Volker A. Zahn ein starkes Buch über den hochkomplexen Bluterskandal geschrieben. Regisseur Friedemann Fromm inszenierte die Tragödie spannend wie einen Krimi. Ein klasse Beitrag zum Welt-Aids-Tag.“ 
Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ lobt, dass „der Film in der Ausstattung eher dezent bleibt und auf größere Ausflüge ins Schauerreich der Schulterpolster und Pastellfarben verzichtet. (…) Stattdessen protokolliert er sehr präzise, wie die Aids-Hysterie in dieser Zeit um sich griff und zu beängstigenden Entladungen von Homophobie und zur Ausgrenzung Erkrankter führte.“

Geradezu euphorisch der Fernsehkritiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Was für ein Film! Die Aufarbeitung des Bluterskandals mit dem Titel „Unter der Haut“ hat alles, was man sich von einem Fernsehfilm wünschen kann. Wenn das deutsche Fernsehen historische Themen verfilmt, geht das meistens in die Hose. ‘Unter der Haut‘ ist eine der wenigen Ausnahmen von der Regel und sollte für Autoren und Regisseure als Anschauungsmaterial dienen. So geht Fiktionalisierung von Zeitgeschichte! Friedrich Mücke spielt den Protagonisten überragend, jeder Satz, jede Geste sitzt. Das Drehbuch ist exzellent, das Leid der Betroffenen genauso wie die Profitgier der Pharma-Industrie werden schmerzhaft deutlich.“
„Durchgehend hohe Glaubwürdigkeit“ bescheinigt der Kritiker der „Frankfurter Neuen Presse“ dem Bluterdrama: Es gehe um „das Zerbrechen von Geborgenheit, den Verlust von Sicherheit, dabei bleibt der Film bis zum Ende ungeheuer spannend. Ein herausragender Beitrag zum Welt-AIDS-Tag.“

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